Fraport schlägt Profit aus der Not Griechenlands – Bouffier macht Ausplünderung zur Chefsache

Welt Schlagzeile

Update: In Korfu regt sich Widerstand gegen die Privatisierung des Flughafens durch Verkauf an Fraport. Für weitere Informationen das Bild anklicken.

„Fraport darf 14 griechische Regionalflughäfen übernehmen“ (hessenschau.de vom 18. August 2015), so und so ähnlich die aktuellen Schlagzeilen am gesterigen Dienstag und heute.

Das Griechenland Solidaritätskomitee Frankfurt/Rhein-Main sagt dazu:

Was da als Hilfspaket daherkommt, hat katastrohale Folgen für Griechenland: 14 gewinnbringende Flughäfen aufkaufen und die anderen 30 Flughäfen, die keinen Gewinn machen und subventioniert werden müssen, Hintergrundinfos fraportdealbleiben beim griechischen Staat. Die Gewinne fließen ab, die Verluste bleiben und erhöhen die Schuldenlast.

Dieser sog. Fraport-Deal wird  nun zu Ende verhandelt. Die griechische Regierung wurde insbesondere von Schäuble und Merkel mit Rückendeckung durch Gabriel in Brüsssel erpresst einen EU-Treuhandfound zu gründen, damit das Land endgültig ausgeplündert werden kann. Es wurde darauf bestanden, u. a. den schon mit der Vorgängerregierung vereinbarten Verkauf griechischer Flughäfen an Fraport abzuschließen.

Ende Juli, gleich nach der von EU, EZB und IWF erzwungenen „Vereinbarung“ mit der griechischen Regierung, reiste der hessische Ministerpräsident selbst nach Brüssel, um dort die Pläne der Fraport für die Übernahme von 14 Flughäfen in Griechenland massiv zu unterstützen.

Nach Zeitungsberichten fordert er Verbindlichkeiten, so dass eine zukünftige Regierung diesen Deal nicht wieder ändern kann. Zusätzlich möchte er finanzielle Absicherungen für Fraport. In der Öffentlichkeit haute er in die Kerbe der Stammtischpolitiker: Wenn Fraport die Flughäfen nicht betreiben dürfe, würde demnächst Unkraut die Landebahnen überwuchern.

Wir glauben nicht, dass die Menschen in Hessen wollen, daß die schwarz/grüne Landesregierung, die zusammen mit der Stadt Frankfurt am Main Mehrheitsaktionärin von Fraport ist, solche Geschäftsgebahren unterstützt.
Die Eigentümer bestimmen über die grundsätzlichen Betriebsziele eines Unternehmens. Wer also echte Hilfe leisten will, muss und kann dies auch tun. Möglichkeiten gibt es selbst nach Abschluss des Deals.Fraport kann verpflichtet werden, die Gewinne in Griechenland zum Ausbau der Infrastruktur zu verwenden und im Land zu investieren. Zum Beispiel die im Besitz Griechenlands bleibenden Flughäfen zu modenisieren!

Unabdingbar ist auch, die Arbeitnehmerrechte bei den Flughäfen zu wahren: Von Fraport ist zu fordern, gewerkschaftliche Vertretungen und die Regelung der Arbeitsbedingungen durch Tarifverträge anzuerkennen und zu fördern. Arbeitsplatzabbau ist zu verhindern und neue Arbeitsplätze müssen geschaffen werden.

Das Griechenland-Solidaritätskomitee verurteilt den angestrebten unseriösen Fraport-Deal, der von der griechischen Regierung in einer Notsituation erzwungen worden ist.

Ein entlarvendes Zitat von Fraport-Chef Schulte, gestern im hr-info Radio:
“ Narürlich wollen wir auch im Interesse unserer Aktionäre in Griechenland Geld verdienen!“

Abschließend heißt es in der Erklärung des Frankfurter Solidaritätskomitees: „Wir werden die Landtagsabgeordneten und die Stadtverordneten an ihre Verantwortung erinnern und kontrollieren wie Fraport mit den erworbenen Konzessionen und den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern umgeht. Eigentum verpflichtet, so verlangt es das Grundgesetz. Die gilt erst Recht für ein mehrheitlich im Staatsbesitz befindliches Unternehmen!“

Frankfurt, den 19.8.2015
Verantwortlich: Dieter Hooge, Unter den Birken 25, 60596 Frankfurt. Tel. 0171 3358802

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2 Antworten zu Fraport schlägt Profit aus der Not Griechenlands – Bouffier macht Ausplünderung zur Chefsache

  1. Grieliebha schreibt:

    Vielen Dank für die Informationen und das große Engagement für unsere befreundete Nation Griechenland. Ich schließe mich hier voll und ganz den ausgeführten Bedingungen vom Griechenland SolidaritätsKomitee an, bzw. kann sie im Sinne von Griechenland nur unterstützen, denn bei dieser Fraport ‚Aktion‘ kommt wieder sehr deutlich auch die große Verlogenheit der politischen Akteure in Bezug auf die öffentlich propagierte ‚Griechenlandhilfe‘ an die Oberfläche und es zeigt sich, wem tatsächlich geholfen wird…nämlich den geldgierigen Aktionären und ‚Geschäftsleuten‘ in Deutschland!!! Das ist eine absolut erpresserische Ausverkaufsstrategie, welche hier von Deutschland weiter forciert und betrieben wird. Der sogenannte ‚Verkauf‘ ist zum Dumpingpreis erfolgt und der sg. ‚Treuhandfond‘ wird deshalb niemals mit 50 Mrd. gefüllt werden. Das ist dreisteste Abzocke auf’s Allermieseste… a`la´neoliberale Finanzdiktatur !!! Es geht diesen demokratisch unlegitimierten Technokraten ausschließlich darum, aus dem Elend eines Staates nur KASSE zu machen…wie in Afrika, Asien, Südamerika, naher Osten etc. …an Hilfe für und Rettung von Griechenland kann bei diesen neoliberalen Umgangs- und Geschäftsgebahren kein Mensch mit gesundem Menschenverstand glauben! Solidarität wäre, wenn Fraport in die weniger rentablen Flughäfen investieren und dann betreiben würde, jedoch die Renditen, Gewinne etc. in Griechenland bleiben und für Infrastrukturmaßnahmen in Griechenland genutzt werden- nur das ist HILFE und SOLIDARITÄT, sowie unternehmerische Verantwortung!!! Was will man jedoch von einem Land erwarten, welches Weltkriege verursacht hat, kriegerische Verwüstungen in vielen Ländern hinterlassen hat, dann nicht mal seine Kriegsschulden eingesteht, geschweige denn seiner Verantwortung als Verursacher nachkommt und die Kriegsschulden an diese Länder zurückzahlt- es ist eine Schande für Deutschland! Ich schäme mich für diese Repräsentanz von Deutschland! EUROPA muss anders- Europa muss ein Kontinent für ein Leben in Menschenwürde und Frieden für alle Menschen und sozial gerecht werden- dass sind wir unseren Kindern etc., unseren nachfolgenden Generationen in allen Ländern schuldig.

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  2. kokkinos vrachos schreibt:

    Fraport „mauert“ in Griechenland
    Nach der erzwungenen skandalösen Abtretung 14 peripherer Flughäfen in Griechenland scheint die deutsche Fraport AG nun aus sicherer Position mauern zu wollen.

    http://www.griechenland-blog.gr/2015/08/fraport-mauert-in-griechenland/2135764/

    vg, kv

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